Systemeichung

In einem Grundwassersystem sind die Eigenschaften nur an einzelnen, wenigen Stellen annähernd bekannt z. B. an den Bohrpunkten. Ein Grundwassermodell kann deshalb die Wirklichkeit nur annähernd abbilden.
Die exakten Modelleigenschaften können damit nicht dargestellt werden, sondern jeweils nur eine angenäherte Vereinfachung (=Modellbildung). Die Modellbildung ist einer der wenigen Möglichkeiten, ein Aquifer möglichst wirklichskeitsnah zu erfassen und abzubilden. Die Geologie und die Geometrie des Aquifers muss aus vorhandenen Aufschlüssen abgebildet werden. Dazwischen muss interpoliert werden, z. B. was Höhe und Verlauf des Stauers und die Kf-Wert-Verteilung anbetrifft. Mit Hilfe von Stichtagsmessungen werden möglichst viele Grundwasserstände innerhalb des Modellgebietes gemessen. Diese Messungen werden mit einer Software erfasst und weiterverarbeitet. In einem numerischen Iterationsprozess werden die geschätzten Eingangsparameter sukzessive angepasst, bis die gemessenen und die gerechneten Grundwasserstände übereinstimmen.
     
     
     
zurück
Zum Beispiel wird die Wasserdurchlässigkeit (kf-Werte) in dem Modellgebiet solange verändert, bis die Messwerte mit den Rechenwerten übereinstimmen. Das Modellgebiet muss dabei in verschiedene Zonen mit einer gleichen Durchlässigkeit aufgeteilt werden.
     
Bei der Modellierung setzen wir die Programme WINASM und MODFLOW ein. Die Ergebnisdaten bearbeiten wir mit dem Grafik- und Darstellungsprogramm SURFER 8.0. Die Modellbildung soll mit möglichst vielen Stichtagesmessungen, unter möglichst unterschiedlichen Bedingungen erfolgen. Bei diesen Iterationsprozessen kann man sukzessive die Randbedingungen wie Randzuströmung, Grundwasserneubildung, kf-Wert-Verteilung etc. approximativ ermitteln. Im Idealfall kann man mit dem so gewonnenen Grundwassermodell alle Fälle abdecken. Das Modell ist dann zutreffend, wenn alle Messwerte mit den gerechneten Werten übereinstimmen.